Kredit abgelehnt: was du jetzt tun kannst
Kredit abgelehnt: Nach einer Absage hilft eine feste Reihenfolge: zuerst den Grund klären, dann deine SCHUFA-Daten prüfen und erst danach entscheiden, ob und wie du neu anfragst. Unter bestimmten Umständen muss dich die Bank über ihre Entscheidung und die erhaltene Auskunft informieren.
Wer gerade eine Absage bekommen hat, klärt zuerst den Grund, prüft dann seine SCHUFA-Daten und entscheidet erst danach über einen neuen Antrag. Den Ablauf für die ersten 30 Tage findest du im 30-Tage-Plan.
Welche Gründe führen zu einer Kreditablehnung?
Typische Gründe sind ein Einkommen, das für die gewünschte Rate nicht reicht, ein negativer SCHUFA-Eintrag, ein unsicheres Beschäftigungsverhältnis, fehlende Unterlagen sowie ein Betrag oder eine Laufzeit, die zur Haushaltsrechnung nicht passen. Die Bank gewichtet diese Punkte selbst. Prüfe deshalb jeden Punkt einzeln.
Häufige Ablehnungsgründe und was du prüfen kannst
| Grund | Woran du ihn erkennst | Was du prüfen kannst |
|---|---|---|
| Einkommen reicht nicht | Nach festen Kosten bleibt für die Rate wenig oder nichts übrig | Nettoeinkommen, Miete, Versicherungen und laufende Verpflichtungen |
| Negativer SCHUFA-Eintrag | Die Bank verweist auf eine Auskunft oder auf Zahlungsprobleme | Datenkopie: Art des Eintrags, Status, Herkunft und Datum |
| Unsicheres Beschäftigungsverhältnis | Probezeit, befristeter Vertrag oder schwankende Einnahmen | Vertragsdauer und die Nachweise, die die Bank verlangt |
| Unvollständige Unterlagen | Rückfragen der Bank bleiben offen | Liste der Unterlagen, die die Bank für deinen Antrag braucht |
| Betrag oder Laufzeit passt nicht | Die Rate wäre im Verhältnis zum Einkommen zu hoch | Kleineren Betrag oder längere Laufzeit durchrechnen |
Einkommen und Haushaltsrechnung
Die Bank schaut auf dein Nettoeinkommen und darauf, was nach festen Kosten übrig bleibt. Zieh deshalb Miete, Versicherungen, bestehende Kredite und Leasingraten vom Einkommen ab und plane einen Puffer für Lebenshaltung und Unvorhergesehenes ein. Was dann übrig bleibt, bestimmt, welche Rate überhaupt tragbar ist. Der Budget-Check führt dich Schritt für Schritt durch diese Rechnung.
SCHUFA-Einträge
Ein Negativeintrag ist ein gespeicherter Vorgang, der Score ein berechneter Wert. Welche Einträge bei dir gespeichert sind, zeigt erst die Datenkopie. Wie Negativmerkmale und Score wirken, erklärt Kredit trotz SCHUFA. Was du selbst für deinen Score tun kannst, zeigt SCHUFA-Score verbessern.
Beschäftigung, Probezeit und Selbstständigkeit
Bei einem befristeten Vertrag oder in der Probezeit ist für die Bank schwerer einzuschätzen, wie dein Einkommen in Zukunft aussieht. Bei Selbstständigen prüft sie meist, wie stabil die Einnahmen über einen längeren Zeitraum sind. Welche Nachweise verlangt werden, legt die Bank selbst fest. Frag vorher nach der Liste.
Was bei Selbstständigen, im Rentenalter, in der Probezeit und im Beamtenverhältnis zählt, zeigen die Ratgeber Kredit für Selbstständige, Kredit für Rentner, Kredit in der Probezeit und Beamtenkredit.
Unvollständige Unterlagen, Betrag und Laufzeit
Fehlende Nachweise sind der Grund, den du am leichtesten beheben kannst. Offene Rückfragen der Bank können aber dazu führen, dass der Antrag abgelehnt wird. Ein Betrag, der zum Einkommen zu groß ist, scheitert oft schon an der Haushaltsrechnung.
Eine kürzere Laufzeit macht die einzelne Rate größer, eine längere macht sie kleiner, verlängert aber die Zeit, in der du zahlst.
Muss die Bank mir die Ablehnung begründen?
Das hängt vom Anlass ab. Beruht die Ablehnung auf der Auskunft einer Auskunftei, muss die Bank dich unverzüglich darüber und über die erhaltene Auskunft unterrichten (§ 30 BDSG). Ab dem 20. November 2026 gehört dazu auch, welche Datenbank die Bank genutzt hat und welche Datenkategorien sie berücksichtigt hat (§ 30 Abs. 7 Satz 1 BDSG).
Für Verträge mit Abschluss ab dem 20. November 2026 muss die Bank außerdem jede Ablehnung unverzüglich mitteilen und gegebenenfalls auf Schuldnerberatungsdienste verweisen (§ 505a Abs. 1 Satz 3 BGB).
Die Pflicht aus § 30 BDSG setzt voraus, dass die Ablehnung auf einer solchen Auskunft beruht. Ob das bei dir der Fall war, musst du nachfragen.
Laut Verbraucherzentrale erklärt die Bank bei einer Ablehnung meist nicht, warum sie den Kredit verweigert. Schreib deshalb der Bank, dass du den Grund wissen möchtest, und frag, ob eine Auskunft einer Auskunftei eine Rolle gespielt hat und welche. Eine schriftliche Antwort hast du danach in der Hand.
Ein Entwurf kann so aussehen: „Ich bitte um die Begründung für die Ablehnung meines Kreditantrags vom [Datum]. Bitte teilen Sie mir außerdem mit, ob eine Auskunft einer Auskunftei eine Rolle gespielt hat und welche.“
Antwortet die Bank nicht, erinnere sie schriftlich daran. Eine feste Frist nennt das Gesetz nicht. Verlangt wird nur, dass die Unterrichtung unverzüglich erfolgt.
Beispiel (fiktiv): Selin hat ein stabiles Einkommen und bekommt eine Absage ohne Begründung. Sie schreibt der Bank, fragt nach dem Grund und danach, ob eine Auskunft einer Auskunftei eine Rolle gespielt hat. Parallel bestellt sie ihre Datenkopie. Danach entscheidet sie sich für einen kleineren Betrag und rechnet die Rate in ihrer Haushaltsrechnung nach.
Wie bekomme ich meine SCHUFA-Datenkopie?
Kennst du den Grund der Ablehnung nicht, fordere zuerst die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO an. Bestellung, Fristen und das Lesen der Auskunft erklärt die Seite SCHUFA-Auskunft. Achte dort besonders auf die Empfänger der letzten zwölf Monate.
Die Datenkopie zeigt die gespeicherten Daten, aber nicht, wie die Bank sie gewichtet hat. Wenn du wissen willst, ob eine automatisierte Entscheidung stattfindet, kannst du nach Art. 15 Abs. 1 Buchst. h DSGVO auch aussagekräftige Angaben zur Logik verlangen.
Falsche Einträge berichtigen lassen
Stimmt ein Eintrag nicht, kannst du nach Art. 16 Satz 1 DSGVO verlangen, dass unrichtige Daten unverzüglich berichtigt werden. Ein typischer Fall ist eine Forderung, die bezahlt ist, aber als offen geführt wird. Wie du mit Beleg an SCHUFA und Gläubiger schreibst und danach nachprüfst, zeigt die Seite SCHUFA-Eintrag löschen.
Die Berichtigung betrifft nur falsche Daten, bei einem korrekten Eintrag hilft sie nicht.
Was bedeutet Art. 22 DSGVO bei einer Kreditentscheidung?
Der Europäische Gerichtshof hat im Urteil C-634/21 vom 7. Dezember 2023 festgestellt, dass ein auf personenbezogene Daten gestützter Wahrscheinlichkeitswert eine automatisierte Entscheidung im Einzelfall sein kann. Das ist der Fall, wenn von diesem Wert maßgeblich abhängt, ob ein Dritter einen Vertrag schließt.
Nach Art. 22 Abs. 1 DSGVO hast du das Recht, nicht einer ausschließlich automatisierten Entscheidung unterworfen zu werden, die dir gegenüber rechtliche Wirkung entfaltet oder dich in ähnlicher Weise erheblich beeinträchtigt. Art. 22 Abs. 3 DSGVO nennt für die Fälle des Absatzes 2 Buchstaben a und c als Mindestrechte das Eingreifen einer Person, die Darlegung deines Standpunkts und die Anfechtung der Entscheidung.
Ab dem 20. November 2026 gilt zusätzlich: Bei einer automatisierten Kreditwürdigkeitsprüfung kannst du bei einem Allgemein-Verbraucherdarlehen verlangen, dass eine Person eingreift. Du bekommst dann Erläuterungen zur Logik und zu den Risiken sowie eine Überprüfung der Entscheidung (§ 30 Abs. 6 BDSG). Stützt sich die Prüfung auf eine automatisierte Verarbeitung und lehnt die Bank ab, muss sie dich darüber unterrichten und auf dein Recht auf Prüfung durch eine Person sowie das Verfahren zur Anfechtung hinweisen (§ 30 Abs. 7 Satz 2 BDSG). Ab diesem Datum begrenzt außerdem § 37a BDSG die Daten, die für Wahrscheinlichkeitswerte etwa einer Auskunftei genutzt werden dürfen: Name, Alter, Geschlecht, Anschrift sowie Zahlungseingänge und -ausgänge auf Bankkonten dürfen nicht einfließen (§ 37a Abs. 2 Nr. 1 BDSG).
Ob deine Prüfung automatisiert lief, lässt sich von außen nicht sicher feststellen. Praktisch heißt das: Du kannst die Bank bitten, die Entscheidung von einem Menschen prüfen zu lassen, und ihr deinen Standpunkt schriftlich schildern. Ob ein Mensch die Entscheidung dann anders bewertet, lässt sich vorher nicht sagen.
Kredit abgelehnt: der 30-Tage-Plan
Die Tage sind Richtwerte. Wie lange Bank und SCHUFA brauchen, liegt nicht bei dir.
So gehst du in den nächsten 30 Tagen vor
- Tag 1 bis 3: Bitte die Bank schriftlich um den Grund der Ablehnung und darum, mitzuteilen, ob eine Auskunft einer Auskunftei eine Rolle gespielt hat (§ 30 BDSG). Stell bis zur Antwort keinen neuen Antrag.
- Tag 1 bis 7: Bestelle deine Datenkopie über meineschufa.de (Art. 15 DSGVO). Die Frist für die Antwort liegt nach Art. 12 Abs. 3 DSGVO grundsätzlich bei einem Monat und kann in Ausnahmefällen verlängert werden.
- Tag 8 bis 14: Lies die Datenkopie Eintrag für Eintrag. Notiere bei jedem Punkt Gläubiger, Betrag, Datum und ob er offen oder erledigt ist.
- Tag 9 bis 16: Lass falsche Einträge berichtigen (Art. 16 DSGVO). Schreib jeden Fehler mit Datum auf und lege einen Beleg bei.
- Tag 8 bis 21: Rechne deine Haushaltslage durch. Nimm dein Nettoeinkommen, zieh feste Kosten und laufende Verpflichtungen ab und plane einen Puffer ein. Reicht der Rest nicht für die Rate, ist der Wunschbetrag der falsche Ausgangspunkt.
- Tag 15 bis 21: Stell die Unterlagen zusammen, die für eine erneute Prüfung nötig sind, etwa Gehaltsnachweise, eine Übersicht laufender Verpflichtungen und Bescheide zu offenen Forderungen. Frag die Bank, welche Unterlagen sie verlangt.
- Tag 22 bis 30: Wähle den Weg, der zu deiner Rechnung passt: kleinerer Betrag, längere Laufzeit, zweiter Kreditnehmer, Umschuldung oder kein Kredit. Stell erst dann einen Antrag. Frag vorher, ob der Anbieter nur Konditionen anfragt oder einen Antrag anlegt.
Warum du nicht gleich neu anfragen solltest
Nach einer Absage liegt der Gedanke nahe, es beim nächsten Anbieter zu versuchen. Das lohnt sich vor allem, wenn sich an deiner Lage etwas geändert hat, etwa ein korrigierter Eintrag, ein höheres Einkommen oder ein kleinerer Betrag. Ohne neue Informationen prüft der nächste Anbieter meist dieselben Daten. Du verlierst dann Zeit.
Mehrere Anträge in kurzer Folge machen außerdem unübersichtlich, welche Konditionen wo gelten und welche Unterlagen wo liegen.
Angebote, die nach einer Ablehnung eine schnelle Zusage versprechen, sind ein Warnsignal. Welche Merkmale unseriöse Angebote haben, zeigt die Seite Kredit ohne SCHUFA. Nach § 505a BGB muss ein Darlehensgeber deine Kreditwürdigkeit vor dem Vertragsschluss prüfen. Ein Angebot ohne jede Prüfung passt deshalb nicht zu dieser Pflicht.
Wann ein anderer Kredit realistisch sein kann
Ein anderer Kredit kommt eher infrage, wenn Betrag, Laufzeit oder Zahl der Antragstellenden besser zu deiner Lage passen.
Bei einem kleineren Betrag rechnest du die Rate neu durch. Was ein Minikredit ist und wo seine Grenzen liegen, erklärt die Seite Minikredit. Beträge zwischen 1.000 und 5.000 Euro in festen Raten behandelt der Ratgeber Kleinkredit. Eine längere Laufzeit senkt die einzelne Rate, du zahlst dann aber länger Zinsen.
Ein zweiter Kreditnehmer mit stabilem Einkommen kann die Prüfung verändern, weil die Bank dessen Einkommen mit einbezieht. Die Person schuldet die Rückzahlung aber mit, und Zahlungsprobleme treffen auch sie. Vorher solltet ihr beide den Vertrag gelesen und ehrlich geklärt haben, ob sie die Schuld im Ernstfall tragen könnte.
Wer mehrere Kredite hat, kann eine Umschuldung prüfen, die nur hilft, wenn die Gesamtrechnung trägt. Worauf du beim Bündeln mehrerer Verträge achtest, zeigt der Ratgeber Kredite zusammenfassen. Bei einem SCHUFA-Eintrag zeigt Umschuldung trotz SCHUFA, welche Wege offen bleiben.
Kreditvermittler leiten deine Anfrage an Kreditgeber weiter. Ob ein Kreditgeber zusagt, entscheidet er nach seiner eigenen Prüfung, bei der auch ein SCHUFA-Eintrag eine Rolle spielen kann.
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Wann lieber kein Kredit: Schuldnerberatung
Wenn die Rechnung nicht aufgeht, ist ein neuer Kredit meist der falsche Weg. Nimm keinen Kredit auf, nur um laufende Raten zu bedienen. Hilfreicher sind eine Übersicht über alle Schulden, Gespräche mit den Gläubigern und eine Schuldnerberatung.
Schreib dafür alle Schulden auf: Gläubiger, Restbetrag, Rate und Fälligkeit. Erst mit dieser Liste siehst du, welche Forderung am dringendsten ist und ob ein weiterer Kredit überhaupt zu deiner Lage passt.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung bietet auf meine-schulden.de eine Suche nach Beratungsstellen an, mit über 1.400 Stellen in Deutschland. Die meisten Stellen beraten nur Menschen aus einem festgelegten Gebiet. Deshalb zeigt dir die Suche anhand deiner Postleitzahl die zuständige Stelle.
Eine Schuldnerberatung hilft dir, die Schulden zu ordnen und mit Gläubigern zu sprechen. Frag vorher nach den Kosten.
Häufige Fragen
Kann ich die Bank bitten, meinen Antrag noch einmal zu prüfen?
Ja, du kannst um eine erneute Prüfung bitten, etwa mit berichtigten Angaben oder nachgereichten Unterlagen. Eine Zusage kannst du damit nicht erzwingen, denn die Entscheidung liegt bei der Bank.
Ist eine Ablehnung ein Zeichen, dass ich dauerhaft keinen Kredit bekomme?
Nein. Eine Ablehnung bezieht sich auf diesen Antrag, bei dieser Bank und zu diesem Zeitpunkt. Verändern sich Einkommen, Einträge oder der Betrag, kann eine neue Prüfung anders ausfallen. Eine Garantie dafür gibt es nicht.
Muss ich der Bank meine SCHUFA-Datenkopie zeigen?
Die SCHUFA beschreibt die Datenkopie als Information für dich persönlich. Die Bank prüft die Unterlagen, die sie für deinen Antrag braucht. Frag nach, welche das sind.
Was passiert, wenn ein falscher Eintrag nicht korrigiert wird?
Dann bleibt der Fehler bestehen und kann die nächste Prüfung beeinflussen. Schreib die SCHUFA oder den Gläubiger mit Datum und Beleg an. Gibt es keine Reaktion, kannst du dich nach Art. 77 DSGVO an die Datenschutzaufsicht wenden.
Quellen
- Bundesdatenschutzgesetz, § 30 Verbraucherkredite
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 505a Prüfung der Kreditwürdigkeit
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 655c Vergütung des Darlehensvermittlers
- Datenschutz-Grundverordnung, Art. 12 (Transparente Information, Fristen)
- Datenschutz-Grundverordnung, Art. 15 (Auskunftsrecht)
- Datenschutz-Grundverordnung, Art. 16 (Berichtigung)
- Datenschutz-Grundverordnung, Art. 22 (Automatisierte Entscheidungen)
- Datenschutz-Grundverordnung, Art. 77 (Recht auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde)
- Urteil C-634/21 (SCHUFA-Score als automatisierte Entscheidung)
- SCHUFA-Datenkopie (kostenlose Selbstauskunft)
- Kredit oder Ratenkauf abgelehnt: Wurden Ihnen die Gründe genannt?
- Suche nach Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen
- Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge (BGBl. 2026 I Nr. 139)
- Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225, Regelungstext (Art. 3 BDSG, Art. 16)