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Dispo-Rechner: was dich das Minus kostet

Der Dispo-Rechner zeigt dir, was dein Minus in einem Zeitraum kostet. Du trägst den durchschnittlichen Betrag ein, die Anzahl der Tage und den Dispozins deiner Bank. Das Ergebnis ist eine vereinfachte Rechnung und ersetzt nicht die Abrechnung deiner Bank.

Von Tom Trögler Aktualisiert am 8 Min. Lesezeit

€

Durchschnittlicher Betrag, nicht der Höchststand.

Tage
% p. a.

Steht im Preis- und Leistungsverzeichnis, im Kontoauszug oder im Onlinebanking.

Dispozinsen in diesem Zeitraum

– €

Pro Monat (gerundet)
–
Hochgerechnet auf ein Jahr
–

Trag den Dispozins deiner Bank ein, dann siehst du, was dich das Minus kostet.

Vereinfachte Beispielrechnung auf Basis deiner Eingaben. Banken rechnen taggenau und je nach Abrechnungszeitraum.

Wie bedienst du den Dispo-Rechner?

Du trägst drei Werte ein: den durchschnittlichen Betrag im Minus, die Anzahl der Tage im Minus und den Dispozins deiner Bank. Der Rechner berechnet daraus, was das Minus in diesem Zeitraum kostet. Fehlt einer der drei Werte, bleibt das Ergebnis leer.

Betrag und Tage sind mit Platzhalterwerten vorbelegt. Überschreibe sie mit deinen eigenen Werten.

So trägst du die Werte ein

  1. Betrag eintragen. Nimm den Betrag, der im Schnitt im Minus steht. Trag nicht den höchsten Stand ein, den du je erreicht hast.
  2. Tage eintragen. Das Feld zählt Tage, keine Monate. Zwei Monate entsprechen grob 60 Tagen.
  3. Dispozins eintragen. Trag den Zinssatz ein, den deine Bank für dein Minus verlangt. Das Feld erwartet einen Wert in Prozent pro Jahr.
  4. Ergebnis lesen. Der Kasten zeigt die Kosten für den Zeitraum. Darunter stehen der Monatswert und der Jahreswert.

Welchen Betrag und welche Dauer trägst du ein?

Der Rechner nimmt an, dass der Betrag über alle Tage gleich bleibt. Deshalb brauchst du einen Mittelwert aus den Kontoständen des Zeitraums, den du rechnen willst. Ein einzelner Tag mit einem besonders großen Minus verzerrt das Ergebnis.

Beispiel aus dem Alltag

Holger ist seit gut zwei Monaten im Minus. Das Minus schwankt zwischen Gehaltseingang und Abbuchungen. Er schätzt den Durchschnitt, trägt diesen Betrag ein und setzt die Dauer auf etwa 60 Tage. Die Zahl, die der Rechner dann zeigt, ist eine Schätzung.

Wo findest du deinen Dispozins?

Den Dispozins findest du zuerst auf der Internetseite deiner Bank. Laut Verbraucherzentrale Hamburg sind Kreditinstitute gesetzlich verpflichtet, den Dispozins dort zu veröffentlichen. Der Hinweis unter dem Feld im Rechner nennt dafür das Preis- und Leistungsverzeichnis, den Kontoauszug und das Onlinebanking.

Findest du den Satz gar nicht, frag deine Bank schriftlich nach dem Zins für dein Konto. Trag keinen Richtwert aus einem Ratgeber ein. Der Zins unterscheidet sich von Bank zu Bank, und der Rechner rechnet nur mit dem, was du eingibst. Hast du mehr als ein Konto mit Minus, rechne jedes Konto getrennt, denn jedes hat seinen eigenen Vertrag und Zins.

Wie berechnest du Dispozinsen? Die Formel des Rechners

Dispozinsen berechnest du mit einer einfachen Formel. Der Rechner verzinst nur den Betrag, den du eingibst, und nur die Tage, die du eingibst. Er rechnet mit einfacher Verzinsung ohne Zinseszins.

Der Monatswert ist der Betrag mal Zinssatz, geteilt durch zwölf. Der Jahreswert ist der Betrag mal Zinssatz. Beide Werte gehen davon aus, dass das Minus über die ganze Zeit gleich hoch bleibt.

Wie liest du das Ergebnis?

Der Kasten zeigt zuerst die Kosten für den Zeitraum, den du eingetragen hast. Darunter steht der Monatswert, also was das Minus im Schnitt pro Monat kostet. Der Jahreswert zeigt, was das Minus in einem Jahr kosten würde, wenn es so hoch bliebe.

Der Hinweis unter dem Ergebnis hängt an der Dauer. Ab mehr als 60 Tagen schlägt er vor, einen Ratenkredit zum Ablösen zu prüfen. Bei kürzeren Zeiträumen erinnert er daran, das Minus danach wieder auszugleichen.

Die Zahl zeigt, was das Minus in diesem Zeitraum kostet. Ob du dir das leisten kannst, siehst du, wenn du die Kosten mit deinen festen Ausgaben und dem Betrag vergleichst, der am Monatsende übrig bleibt.

Welche Eingabefehler sind häufig?

Ein typischer Fehler ist, den höchsten Stand als Durchschnitt einzutragen. Er macht das Ergebnis größer als den Zeitraum, den du betrachtest. Als zweite Rechnung für die Obergrenze ist er sinnvoll.

Außerdem verwechseln viele Tage und Monate. Wer an drei Monate denkt und drei eingibt, rechnet mit drei Tagen. Das Feld zählt Tage, drei Monate sind also grob 90 Tage.

Ein weiterer Fehler ist ein zu kurzer Zeitraum. Wer nur die letzte Woche rechnet, sieht einen Ausschnitt, der den Monat mit Miete und Abbuchungen oft nicht erfasst. Rechne lieber einen vollen Abrechnungsmonat oder mehr.

Welche Grenzen hat der Rechner?

Der Rechner zeigt eine vereinfachte Rechnung auf Basis deiner Eingaben. Was nicht in den drei Feldern steckt, fehlt im Ergebnis.

Das fehlt im Ergebnis

  • Entgelte, die deine Bank für das Konto oder das Minus verlangt
  • Ein Zinssatz, der sich während des Zeitraums ändert
  • Die Abrechnung deiner Bank mit ihrem Abrechnungszeitraum
  • Ein Minus über dem vereinbarten Limit

Liegt das Minus über dem vereinbarten Limit, spricht man von geduldeter Überziehung. Vereinbart die Bank dafür ein Entgelt, muss sie die Angaben dazu im Vertrag nennen und dir regelmäßig mitteilen (§ 505 Abs. 1 BGB).

Dann kann das Minus teurer werden als der Zins allein. Ob dein Minus eingeräumt oder geduldet ist, steht in deinem Vertrag. Die Seite Dispokredit erklärt den Unterschied.

Der Rechner nimmt außerdem einen gleichbleibenden Zins an. Ob deine Bank den Dispozins ändern kann und wie sie das ankündigt, steht in deinem Vertrag. Das Ergebnis bleibt eine Schätzung auf Basis deiner Eingaben. Weicht es deutlich von der Abrechnung deiner Bank ab, frag die Bank nach dem Grund.

Lohnt sich ein Vergleich mit einem Ratenkredit?

Ein Ratenkredit hat eine feste Laufzeit und einen festen Endtermin, ein Dispo hat beides nicht. Für den Vergleich nimmst du deshalb denselben Betrag und dieselbe Dauer. Die Dauer setzt du so an, wie lange du das Geld wirklich brauchst.

Den Sollzinssatz für einen Ratenkredit bekommst du erst aus einem konkreten Angebot. Ob die Bank dir einen Kredit gibt und zu welchen Bedingungen, entscheidet sie. Frag vor einer Anfrage, ob nur Konditionen angefragt werden. Danach rechnest du im Kreditrechner mit Betrag, Laufzeit in Monaten und dem Sollzinssatz. Die Zinsen insgesamt aus dem Kreditrechner legst du neben die Kosten aus dem Dispo-Rechner. Achte dabei auf die Einheiten: Der Kreditrechner rechnet in Monaten, der Dispo-Rechner in Tagen. Ein Monat hat hier grob 30 Tage.

Der Vergleich hat zwei Schwächen, die du kennen solltest. Die erste: Beim Ratenkredit zahlst du Zinsen auf den ganzen Betrag ab Auszahlung, auch wenn du einen Teil davon gar nicht brauchst. Beim Dispo fallen Zinsen nur auf das Minus an, das du tatsächlich nutzt. Wenn du nur einen kleinen Teil eines Kreditbetrags brauchst, kann der Dispo in diesem Zeitraum deshalb die günstigere Rechnung sein, selbst wenn sein Zins höher liegt.

Die zweite: Der Dispo-Rechner geht von einem gleichbleibenden Minus aus. Ein Ratenkredit wird dagegen Monat für Monat getilgt, die Zinsen sinken mit der Restschuld. Der Vergleich ist deshalb eine Orientierung und keine genaue Gegenüberstellung.

Die Verbraucherzentrale Hamburg rät bei einem dauerhaften Minus, sich aktiv nach einem günstigen Ratenkredit umzuschauen. Hat man keine Aussicht auf einen Kredit, empfiehlt sie eine Schuldnerberatung. Frag vorher nach den Kosten.

Wie ein Ablösen abläuft, zeigt die Seite Dispo ablösen. Welche Option zu deiner Lage passt, klärt die Seite Dispo oder Kredit.

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Was gilt rechtlich beim Dispo?

Für den Dispo gelten eigene Regeln im BGB, vor allem in den §§ 504 und 505. Die Bank muss dich über die Vertragsangaben informieren und dir in bestimmten Fällen eine Beratung anbieten.

Ab dem 20. November 2026 muss die Bank dich mindestens einmal im Monat informieren (§ 504 Abs. 1 BGB). Das gilt auch für Konten, die vorher eröffnet wurden.

Die Beratung nach § 504a BGB greift, wenn du den Rahmen ununterbrochen über sechs Monate und im Durchschnitt mit mehr als drei Vierteln des vereinbarten Höchstbetrags nutzt. Dann muss die Bank dir eine Beratung anbieten, und das Angebot muss sie in Textform machen. Die Beratung betrifft günstigere Alternativen zur Überziehung und die Folgen weiterer Überziehung.

Bei geduldeter Überziehung mit vereinbartem Entgelt muss die Bank dich bei einer erheblichen Überziehung von mehr als einem Monat unverzüglich informieren (§ 505 Abs. 2 Satz 1 BGB).

Ab dem 20. November 2026 muss die Bank dir bei regelmäßiger Überziehung eine Beratung anbieten (§ 505 Abs. 2 BGB). Hebe Mitteilungen deiner Bank zum Dispo auf. Sie zeigen, wann die Bank dich wie informiert hat.

Kündigung, Fristen und Pflichten der Bank erklärt die Seite Dispokredit.

Wie gehst du nach der Rechnung weiter?

Nächste Schritte

  1. Zwei Zeiträume rechnen. Notier dir Betrag, Tage und Dispozins für einen kurzen und einen längeren Zeitraum.
  2. Zins schriftlich bestätigen lassen. Frag deine Bank nach dem Zins für dein Konto und hebe die Antwort auf.
  3. Ausgaben prüfen. Mit dem Budget-Check siehst du, wie viel nach allen festen Kosten frei bleibt.
  4. Alternativen ansehen. Welche Wege es außer dem Dispo gibt, zeigen die Dispo-Alternativen.
  5. Ablösung planen. Ist das Minus länger als ein paar Wochen, zeigt dir Dispo ablösen, wie du Schritt für Schritt vorgehst.

Häufige Fragen

Warum zeigt der Rechner kein Ergebnis?

Der Rechner braucht alle drei Werte: den Betrag, die Tage und den Dispozins. Steht im Betrag oder bei den Tagen eine Null oder ist der Zins leer, bleibt das Ergebnis leer. Trag die fehlenden Werte ein, dann erscheint das Ergebnis.

Zahle ich für ein geduldetes Minus automatisch ein Entgelt?

Nicht automatisch. § 505 BGB regelt den Fall, dass die Bank mit dir ein Entgelt für das Dulden vereinbart. Dann muss sie die Angaben dazu im Vertrag nennen und dir regelmäßig mitteilen (§ 505 Abs. 1 BGB). Ob ein Entgelt vereinbart ist, steht in deinem Vertrag.

Was trage ich ein, wenn das Minus stark schwankt?

Nimm den Durchschnitt über den Zeitraum, den du betrachten willst. Rechne zusätzlich einmal mit dem höchsten Stand. Das Ergebnis dieser Rechnung ist eine obere Grenze, und beide Werte zeigen dir die Spanne.

Sinken die Kosten, wenn ich das Minus früher ausgleiche?

Im Rechner ja. Er rechnet nur die Tage, an denen das Minus besteht. Kürzt du die Dauer, sinkt der Betrag entsprechend. Wie das auf deiner Abrechnung aussieht, zeigt dir erst die Abrechnung der Bank.

Quellen

  1. § 504 BGB: Überziehungsmöglichkeit im laufenden Konto Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026
  2. § 504a BGB: Beratungspflicht bei Inanspruchnahme der Überziehungsmöglichkeit Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026
  3. § 505 BGB: Geduldete Überziehung Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026
  4. Dispozinsen weiter gestiegen Verbraucherzentrale Hamburg, Stand 2026-06-02
  5. Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge (BGBl. 2026 I Nr. 139) Bundesministerium der Justiz, recht.bund.de, Stand 2026-05-18
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